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Dank für ehrenamtliche Arbeit
Jetzt gibt es auch in Wiesbaden die E-Card mit vielen Vergünstigungen
Vom 20.09.2007
Seit Mittwoch gibt es nun auch in Wiesbaden die hessische Ehrenamtskarte. Besonders engagierte Menschen erhalten mit ihr Vergünstigungen in verschiedensten Einrichtungen in ganz Hessen.
Von Theresa Kliem
Die E-Card. In den meisten Bundesländern ist dieser Begriff noch völlig unbekannt. Nicht aber in Hessen, der Wiege der Ehrenamtskarte. Bereits 2002/2003 begann eine Testphase in den Landkreisen Bergstraße und Offenbach - mit großem Erfolg. Drei Jahre später, am 19. September ist es dann endlich auch in Wiesbaden so weit.
Vorgestellt wurde die hessische Ehrenamtskarte jetzt vom Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Dirk Metz, und Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller. "Indem Bürgerinnen und Bürger Freizeit, Wissen und Erfahrung für die verschiedensten Projekte einbringen, wird Wiesbaden erst zu einer liebens- und lebenswerten Stadt", so Helmut Müller über Ehrenamtliche in Wiesbaden.
Allein im Dezember 2002 beziehungsweise Januar 2003 wurden 333 von 500 E-Cards, wie die Ehrenamtskarte inzwischen allgemein abgekürzt wird, im Kreis Bergstraße vergeben. Während der Testphase kam man auf insgesamt 772 Karteninhaber in beiden Test-Landkreisen. Eine erfolgreiche Bilanz, die Sozialministerin Lautenschläger veranlasste, 2004 alle Landräte und Oberbürgermeister aus Hessen zu einer Informationsveranstaltung nach Dietzenbach einzuladen. Die E-Card sollte über die Kreise Offenbach und Bergstraße hinaus eingeführt werden.
Inzwischen sind aus den 772 Inhabern der Ehrenamtskarte über 12 000 geworden. Und neben Offenbach und Bergstraße wurde die Karte mittlerweile in nahezu allen hessischen Landkreisen und Städte eingeführt. Nur Hersfeld-Rotenburg ist noch in der Vorbereitungsphase.
"Hier in Wiesbaden hat man aufgrund unseres straffen Konsoldierungsprogrammes etwas länger nachgedacht", erklärt Helmut Müller. Die Landeshauptstadt habe erst einmal die anderen Landkreise beobachtet und verfolgt, wie sich die E-Card entwickelt. "Heute sind wir dafür mit vollem Herzen und vollem Geldbeutel dabei", scherzt Dirk Metz.
Auch in anderen Städten war man bei der Einführung der Karte für ehrenamtliches Engagement etwas vorsichtiger. Einige Städte haben Haushaltsvorsorge betrieben, um eventuelle Verluste aufzufangen. Ein Schritt, der sich im Nachhinein als unnötig herausstellte. "In großen Städten wie Frankfurt hatte man Sorge, dass alle Karteninhaber jeden Tag kommen, um die Rabatte auszunutzen. Eine Umfrage ergab aber, dass jeder E-Card Halter im Durchschnitt nur einmal monatlich seine Karte nutzt", so Helmut Müller.
Die Vergabevoraussetzungen für die E-Card können die teilnehmenden Kreise und Städte weitgehend selbst bestimmen. Als Mindestvoraussetzung gilt landeseinheitlich ein ehrenamtliches Engagement von wöchentlich fünf Hintergrund
Stunden. Außerdem muss der Bewerber mindestens 16 Jahre alt sein und die Tätigkeit seit drei oder mehr Jahren erbringen. "Man muss übrigens in keinem Verein sein, um eine Ehrenamts-Card zu beantragen", erklärt Helmut Müller.
Allein in Wiesbaden winken den Karteninhabern viele attraktive Vergünstigungen, wobei diese sowohl von kommunalen als auch von privaten Einrichtungen geboten werden. Eine Umfrage bei den hessischen Karteninhabern hat ergeben, dass die meisten ihre Karte für die Schwimmbäder nutzen, gefolgt von Museen und Kinos.
Etwas Verwirrung entstand kurz vor dem Startschuss der Ehrenamtskarte in Wiesbaden, als die Arbeitsgemeinschaft Deutschland, AGD, verkündete, dass sie am 1.September das Projekt Ehrenamtskarte gestartet hat. Gerade mal zwei Wochen nach dem Beginn der Aktion seien rund 1000 Karten von Vereinen aus ganz Deutschland beantragt worden. Mit der hessischen E-Card hat dieses Angebot allerdings nichts zu tun und besonders glücklich scheint man über die zusätzliche Karte auch nicht zu sein. Das E-Card Angebot der AGD wollen die Zuständigen des Landes Hessen auf jeden Fall im Auge behalten.
Auch Alexander Reinemann, Sprecher der AGD, kann sich momentan keine Zusammenarbeit mit dem Land Hessen vorstellen. "Wir haben alle Staatskanzleien angeschrieben und die hessische hat nicht geantwortet. Vielleicht wird es irgendwann mal Kontakt geben, im Moment erkennen wir die hessische E-Card nicht an und sie unsere nicht." Rund 1000 Firmen habe die AGD bundesweit für ihr Projekt gewinnen. Die hessische E-Card bietet allerdings allein in Hessen rund 1000 Vergünstigungen.
Die Ehrenamtlich müssen sich jetzt nur noch entscheiden, welche Karte sie lieber wollen. Für einen, der viel in Deutschland unterwegs ist, lohnt sich die AGD-Karte bestimmt. Für die Wiesbadener ist die Hessen-Karte momentan allerdings der bessere Fang.
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